Blog · Allgemein · 2026-07-28
Abitur Durchschnitt berechnen: So kommst du auf deine Note
Kurz gesagt: Um deinen Abitur-Durchschnitt zu berechnen, addierst du zwei Blöcke: Block I mit maximal 600 Punkten aus deinen Halbjahresleistungen (Leistungskurse zählen doppelt) und Block II mit maximal 300 Punkten aus den fünf Prüfungen, die jeweils vierfach gewertet werden. Aus der Gesamtpunktzahl E (300 bis 900) ergibt sich die Note über die Formel Note = 17/3 minus E/180. Das Ergebnis wird auf eine Dezimalstelle abgeschnitten, nicht gerundet.
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Das Grundprinzip: Zwei Blöcke, eine Gesamtpunktzahl
Deine Abiturnote entsteht nicht aus einem klassischen Notendurchschnitt, sondern aus einer Gesamtpunktzahl zwischen 300 und 900. Diese setzt sich aus zwei Blöcken zusammen:
- Block I: deine Halbjahresleistungen aus der Qualifikationsphase, maximal 600 Punkte
- Block II: deine fünf Abiturprüfungen, maximal 300 Punkte
Erst am Ende wird die Punktsumme in eine Note von 1,0 bis 4,0 umgerechnet. Wer also seinen Durchschnitt fürs Abitur berechnen will, braucht drei Dinge: die Punkte aus Block I, die Punkte aus Block II und eine einzige Formel.
Schritt 1: Block I berechnen (max. 600 Punkte)
In Block I gehen deine Kurshalbjahre aus der Qualifikationsphase ein. Wichtig für Berlin:
- Die 8 Leistungskurs-Halbjahre (2 LK mal 4 Semester) zählen doppelt.
- Dazu kommen deine einzubringenden Grundkurs-Halbjahre in einfacher Wertung.
Die Formel lautet: E I = (P : S) × 40
Dabei ist P die Summe aller eingebrachten Punkte (LK-Ergebnisse bereits verdoppelt) und S die Anzahl der Wertungen (jedes LK-Halbjahr zählt als 2, jedes GK-Halbjahr als 1). Das Ergebnis wird mathematisch auf eine ganze Zahl gerundet. Zum Bestehen brauchst du in Block I mindestens 200 Punkte.
Klingt abstrakt? Ein Beispiel folgt weiter unten, komplett durchgerechnet.
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Schritt 2: Block II berechnen und die Notenformel anwenden
Block II besteht aus deinen fünf Prüfungsleistungen: zwei schriftliche LK-Prüfungen, eine schriftliche und eine mündliche GK-Prüfung sowie die 5. Prüfungskomponente (Präsentationsprüfung oder besondere Lernleistung). Jedes Prüfungsergebnis wird mit 4 multipliziert. Fünf Prüfungen mal 15 Punkte mal 4 ergibt das Maximum von 300 Punkten. Mindestens 100 Punkte musst du hier erreichen.
Dann addierst du: E = Block I + Block II
Aus E berechnest du die Note: Note = 17/3 − E/180
Das Ergebnis wird nach der ersten Dezimalstelle abgeschnitten. Aus 2,79 wird also 2,7, nicht 2,8. Ein paar Orientierungswerte:
- 1,0: ab 823 Punkten
- 2,0: ab 643 Punkten
- 3,0: ab 463 Punkten
- 4,0: ab 300 Punkten (Bestehensgrenze)
Durchgerechnetes Beispiel: Von den Semesternoten zur Abiturnote
Nehmen wir eine Schülerin mit diesen Werten:
Block I: Ihre 8 LK-Halbjahre haben im Schnitt 10 Punkte, zusammen also 80 Punkte. Doppelt gewertet sind das 160 Punkte bei 16 Wertungen. Dazu bringt sie 24 GK-Halbjahre mit durchschnittlich 9 Punkten ein, also 216 Punkte bei 24 Wertungen.
- P = 160 + 216 = 376
- S = 16 + 24 = 40
- E I = (376 : 40) × 40 = 376... halt, hier stimmt was nicht? Doch: Weil S hier genau 40 ist, bleibt die Summe unverändert. Bringt jemand mehr Wertungen ein, normiert die Formel auf 40. Sagen wir, sie bringt zusätzlich 8 weitere GK-Halbjahre mit je 9 Punkten ein: P = 376 + 72 = 448, S = 48, also E I = (448 : 48) × 40 = 373,33, gerundet 373 Punkte.
Block II: Ihre Prüfungsergebnisse sind 10, 9, 11, 8 und 12 Punkte, Summe 50. Mal 4 ergibt 200 Punkte.
Gesamt: E = 373 + 200 = 573 Punkte.
Note: 17/3 − 573/180 = 5,667 − 3,183 = 2,483, abgeschnitten also 2,4.
Häufige Fehler beim Berechnen und wie du sie vermeidest
- LK einfach statt doppelt zählen. Die 8 Leistungskurs-Halbjahre gehen mit doppelter Wertung in Block I ein, sowohl bei den Punkten als auch bei der Anzahl der Wertungen.
- Runden statt Abschneiden. Die Endnote wird nach der ersten Nachkommastelle abgeschnitten. 1,79 ist eine 1,7. Block I dagegen wird ganz normal mathematisch gerundet. Zwei verschiedene Regeln, oft verwechselt.
- Prüfungen vergessen zu vervierfachen. Jede der fünf Prüfungsleistungen zählt vierfach. Wer die Rohpunkte addiert, landet bei viel zu niedrigen Werten.
- Kurse mit 0 Punkten einplanen. Ein Halbjahr mit 0 Punkten gilt als nicht belegt und darf nicht eingebracht werden. Das kann deine ganze Einbringung durcheinanderbringen.
- Schulnoten statt Punkte verwenden. Gerechnet wird immer mit dem 15-Punkte-System, nie mit Noten von 1 bis 6.
Checkliste: Deinen Durchschnitt fürs Abitur berechnen
- Alle einzubringenden Halbjahresergebnisse notieren, LK-Ergebnisse verdoppeln.
- P berechnen: Summe aller Punkte (LK doppelt).
- S bestimmen: Anzahl der Wertungen (LK-Halbjahr = 2, GK-Halbjahr = 1).
- Block I: (P : S) × 40, auf ganze Zahl runden. Kontrolle: mindestens 200?
- Block II: alle fünf Prüfungsergebnisse addieren, Summe mal 4. Kontrolle: mindestens 100?
- Gesamtpunktzahl E = Block I + Block II.
- Note = 17/3 − E/180, nach der ersten Dezimalstelle abschneiden.
Tipp: Rechne zwei Szenarien durch, ein realistisches und ein vorsichtiges. So weißt du vor den Prüfungen genau, welche Punktzahlen du für deine Wunschnote brauchst.
Häufige Fragen
Wird die Abiturnote gerundet oder abgeschnitten?
Die Endnote wird nach der ersten Dezimalstelle abgeschnitten, nicht gerundet. Eine rechnerische 2,49 ist also eine 2,4. Nur das Ergebnis von Block I wird mathematisch auf eine ganze Punktzahl gerundet.
Wie viele Punkte brauche ich für einen Schnitt von 1,0?
Für die Note 1,0 brauchst du mindestens 823 von 900 Punkten. Das erreichst du zum Beispiel mit durchgehend etwa 13 bis 14 Punkten in Kursen und Prüfungen. Alles ab 823 Punkten ergibt dieselbe Note 1,0.
Was passiert, wenn ich ein Halbjahr mit 0 Punkten abschließe?
Ein Kurs mit 0 Punkten gilt als nicht belegt und darf nicht in Block I eingebracht werden. Das kann problematisch werden, wenn der Kurs verpflichtend einzubringen wäre. Sprich in so einem Fall früh mit deiner Oberstufenkoordination.
Wie zählt die 5. Prüfungskomponente in die Note?
Die 5. Prüfungskomponente, also Präsentationsprüfung oder besondere Lernleistung, ist eine vollwertige Prüfung in Block II. Ihr Ergebnis wird wie die anderen vier Prüfungen mit 4 multipliziert und zählt damit genauso viel.
Welche Mindestpunktzahlen brauche ich zum Bestehen?
Du brauchst mindestens 200 Punkte in Block I und mindestens 100 Punkte in Block II, insgesamt also mindestens 300 Punkte für die Note 4,0. Zusätzlich musst du in mehreren Prüfungen jeweils mindestens 5 Punkte in einfacher Wertung erreichen.